Hanna Sukare: Schwedenreiter – Gespräch und Lesung am 8. November 2018 ab 18 Uhr in der Nr. 99 Buchhandlung im Kaufpark Alterlaa

Am 2. Juli 1944 begann der so genannte Sturm auf die Goldegger Deserteure. 14 Todesopfer fordert die von einem Großaufgebot von SS und Gestapo durchgeführte Suche. Die 2008 erschienene Ortschronik bezeichnet die Wehrmachtsdeserteure als „gefährliche Landplage“ und kürt einen SS-Mann zum Retter des Ortes.
Hanna Sukare setzt sich in ihrem Roman u. a. mit diesem Ereignis intensiv auseinander.

Hanna Sukare, geboren 1957 in Freiburg (i.Br.). Sie studierte Germanistik, Rechts-wissenschaften, Ethnologie. 1991/92 führte sie ein Forschungsaufenthalt nach Lissabon. Hanna Sukare war unter anderem als Journalistin, Redakteurin (Falter, Institut für Kulturstudien) und Wissenschaftslektorin tätig und beschäftigte sich in wissenschaftlichen Studien mit dem gesellschaftlichen Fundus des Fremden. Hanna Sukare gewann mit ihrem Debüt-roman „Staubzunge“ den Rauriser Literaturpreis 2016 für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Lesefestes der Buch Wien

Gedenkveranstaltung zur Euthanasie

Als erster Bezirk Wiens errichtete Liesing eine Gedenktafel für die Opfer der NS-Euthanasie. Wir widmen diesem Thema nun am 5.10.2018 eine eigene Veranstaltung und konnten dafür einen besonders versierten Referenten gewinnen:  Dr. Wolfgang Neugebauer, der ehemalige Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW). Er spricht über „Das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten“, ein Thema, mit dem er sich  ausführlich beschäftigt hat. Zuvor wollen wir auch eine kurze Einschätzung zur Situation in Liesing geben. Die Musikschule Liesing wird die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Am selben Tag stellen wir außerdem neue Steine der Erinnerung für Sophie Lechner und Helene Heimler in Mauer vor.

17.00 Uhr
Maurer Lange Gasse 90, 1230 Wien
Stein der Erinnerung für Sophie Lechner

17.30 Uhr
Jesuitensteig 19
Stein der Erinnerung für Helene Heimler
mit einem musikalischen Beitrag der Freien Musikschule

 18 15 Uhr
„Das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten“
Helmut Zilk Haus, Haeckelstraße 1 A, 1230 Wien
Vortrag Dr. Wolfgang Neugebauer, ehemaliger Leiter des DÖW
Musikalische Begleitung: Musikschule Liesing
Mit freundlicher Unterstützung durch die Oberbank

 

Gedenktafel für Liesinger Euthanasieopfer

Tausende Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten fielen dem Euthanasieprogramm des Nationalsozialismus zum Opfer. Eine Gedenktafel auf dem Gelände des ehemaligen Versorgungsheims macht nun darauf aufmerksam, dass auch Menschen aus Liesing ermordet wurden. Es waren viele alte Menschen darunter, aber auch Kinder. Die Tafel wird im Zuge der offiziellen Eröffnung des neuen Schlossparks enthüllt. Liesing ist damit der erste Bezirk, der der Euthanasie-Opfer gedenkt.

Zumindest 140 Personen mit Bezug zum heutigen Bezirk Liesing wurden im Rahmen des Euthanasieprogrammes in den Jahren 1940 und 1941 ermordet, dies ergaben Recherchen des Vereins Steine der Erinnerung in Liesing. Die Gedenktafel trägt die Namen all dieser Menschen. Sie lebten zuvor im ehemaligen Versorgungshaus und in anderen sozialen Einrichtungen im 23. Bezirk. Die Tafel erinnert außerdem an Menschen, die zuvor in Liesing wohnhaft waren, dann in Anstalten außerhalb Wiens lebten und ermordet wurden. Es ist anzunehmen, dass weitere Menschen im Zuge der Euthanasie ermordet wurden.

Enthüllung der Gedenktafel für Euthanasieopfer
Dienstag, 15. Mai 2018, 11.00
Schlosspark, Pflegewohnhaus Liesing
Haeckelstraße 1A, 1230 Wien

Das Pflegewohnhaus im Schloss Liesing

Die Wurzeln des Schlosses reichen weit zurück: Bereits 1387 wurde ein erster Gutshof erwähnt. Im 18. Jahrhundert wurde rund um einen Graben ein Wasserschloss errichtet, das schließlich als Pflegeanstalt diente. Die Stadt erwarb das Areal Ende des 19. Jahrhunderts und richtete ein Versorgungshaus ein, das alten Menschen sowie Personen mit körperlichen und geistigen Gebrechen Platz bot. 1879 wurde ein Zubau fertiggestellt – insgesamt konnten nun 850 sogenannte „Pfründner“ unterbracht werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Heim beschädigt. Es wurde danach zunächst mit 200 und dann 718 Betten neu eröffnet. 2009 begann ein Neubau des Pflegewohnhauses – 2013 wurde dieses Helmut-Zilk-Haus eröffnet. Das alte Schlossgebäude beherbergt jetzt nach einer umfassenden Renovierung u. a. die Musikschule Liesing.

Das Euthanasieprogramm T4 des Nationalsozialismus

Die systematische Ermordung sogenannten „unwerten Lebens“ erfolgte ab 1940 in Hartheim bei Linz und in fünf Tötungsanstalten in Deutschland. Auf Druck der Öffentlichkeit wurde die zentral gesteuerte Ermordung 1941 gestoppt, in einzelnen Anstalten wurde sie allerdings trotzdem bis 1945 weitergeführt. Insgesamt wurden etwa 200.000 Menschen ermordet.

Gedenktafel2

Der Text der Gedenktafel

Zur Erinnerung an die Liesinger Euthanasieopfer

Tausende Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten fielen dem Euthanasieprogramm T4 des Nationalsozialismus zum Opfer. Die systematische Ermordung sogenannten „unwerten Lebens“ erfolgte ab 1940 in Hartheim bei Linz und in fünf Tötungsanstalten in Deutschland. Auf Druck der Öffentlichkeit wurde die zentral gesteuerte Ermordung 1941 gestoppt, in einzelnen Anstalten wurde sie allerdings trotzdem bis 1945 weitergeführt. Insgesamt wurden etwa 200.000 Menschen ermordet.

Wir wollen hier der Liesinger Opfer gedenken:

Wir erinnern uns an die Menschen, die im ehemaligen Versorgungshaus und in anderen sozialen Einrichtungen im 23. Bezirk untergebracht waren, sowie an jene, die zuvor in Liesing wohnhaft waren und in Anstalten außerhalb Wiens lebten und ermordet wurden.