Steine der Erinnerung: Recherche und Verlegung

Von Robert Patocka

Stolpersteine bzw. Steine der der Erinnerung sind eine besonders schöne Form des Gedenkens an Opfer des Nationalsozialismus. Immer wieder entstehen Initiativen, die auf Bezirks- oder Stadtebene ermordeten Menschen in dieser Form gedenken wollen. Der folgende Text zeigt, wie man den Lebenshintergrund von NS-Opfern erhellen kann – als Handlungsanleitung und auch aus Hintergrundinformation zu unserer Tätigkeit bei den Steinen der Erinnerung in Liesing.

Gehen wir davon aus, dass man die Anzahl der Opfer in einem Bezirk oder Stadt nicht kennt, so ist die erste Anlaufstelle die Datenbank des DÖW (www.doew.at). Es sind dort über 70.000 Menschen aller Opfergruppen gespeichert. Klickt man „suchen“ an, so erscheint eine Maske, in die man den Wohnort eingeben kann. Sucht man z. B. Opfer aus Wiener Neustadt, so werden 76 Namen angezeigt. Zu sehen sind die Basisdaten, wie Geburtstag, Deportations- und Tötungsort sowie die letzte Wohnadresse. Diese letzte Wohnadresse ist aber mit Vorsicht zu behandeln, da sie meist die Adresse einer Sammelwohnung ist.

Den genauen Wohnort in Wien kann man in der Onlineausgabe des „Lehmann 1938, Band 2“ (oder 1939) finden – www.digital.wienbibliothek.at. Benützt man beide Ausgaben, so kann man sehr genau die Veränderungen durch die „Arisierung“ der Wohnungen sehen. Bei einer Adressauskunft aus dem Stadt- und Landesarchiv ist zu beachten, dass diese Auskunft kostenpflichtig ist (€ 35/Anfrage), selbst wenn man kein Ergebnis bekommt.

Unbedingt sollte man sich den Feuerwehrplan vom Bezirk oder der Stadt ausheben lassen! Dies ist notwendig, da sich die baulichen Gegebenheiten und Adressen im Laufe der letzten 80 Jahre oft verändert haben und daher mittels Feuerwehrplan und aktuellem Stadtplan der genaue Standort ermittelt werden kann. In Wien ist dieser im Stadt- und Landesarchiv (Gasometer) erhältlich.

Handelt es ich bei den Opfern um rassistisch verfolgte Menschen, so ist die nächste Datenbank jene der Gedenkstätte von Yad Vashemwww.yadvashem.org/de.html. In der digitalen Sammlung finden sich Zusatzinformationen zu den Opfern, wie Daten, Bilder, Deportationslisten oder Dokumente. Allerdings kann es vorkommen, dass der Name des Opfers oft mehrmals in unterschiedlicher Schreibweise vorkommt. Viele der Daten in der Datenbank von Yad Vashem stammen aus der Datenbank des DÖW. Bei manchen Opfern gibt es ein Testimonial, welches von Verwandten oder Nachfahren in die Datenbank gestellt wurde. Es kann außerdem einen Kontakt mit den Nachfahren ermöglichen, wenn man sie zu Eröffnung eines Steines der Erinnerung einladen möchte.

Eine gute Quelle für Daten und letzte Wohnadressen der Opfer ist die Israelitische Kultusgemeinde. Im Mai 1938 sandte die Wiener Kultusgemeinde 140.000 Ausreisefragebögen an ihre Mitglieder aus, wo viele persönliche Daten, wie Ausbildung, Beruf, Tätigkeit, Einkommen, Auswanderungsland, Verwandte im Ausland und vieles mehr abgefragt wurden. Auch die Daten der anderen Kultusgemeinden befinden sich in Wien, da die Kultusgemeinden in den Bundesländern 1938 aufgelöst wurden und die Auswanderung von Wien aus organisiert wurde. Diese Fragebögen sind digitalisiert und können gegen einen Unkostenbeitrag erworben werden. Sie runden sehr oft das Bild der Persönlichkeiten ab und stellen daher eine wertvolle Quelle dar.

Eine wertvolle Informationsquelle stellt Arolsen Archives: Internationales Zentrum über NS Verfolgung dar – www.arolsen-archives.org. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft. Man kann gegen einen Unkostenbeitrag eine Fülle an Dokumenten bekommen, insbesondere Dokumente aus Konzentrationslagern.

In der Regel reichen diese vier Recherchestufen, da sie leicht mittels Computer zu erledigen sind und keine persönliche Anwesenheit in einem Archiv erfordern. Natürlich gibt es noch Datenbanken zu „Arisierung“, zu Gerichtsakten, zu Theresienstadt, den Ghettos usw., aber bei diesen ist die Recherche aufwendiger.

Vor der Verlegung eines Steines ist die Genehmigung durch die örtliche Gemeinde einzuholen (in Wien MA 28). Die Verlegung erfolgt auf öffentlichem Grund und daher haben die Hausbesitzer/-bewohner keinen Anrainerstatus. Es macht natürlich Sinn, vor der Verlegung Kontakt mit dem Hauseigentümer und den Hausbewohnern aufzunehmen und für das Projekt zu interessieren, vielleicht sogar zu gewinnen.

Die Kosten für die Gravur, die Anfertigung des Steines (= Metallplatte) und die Verlegung bewegen sich in einem Rahmen von € 500 bis 650. Für die Finanzierung der Gedenksteine sind zunächst Spenden und Patenschaften zu nennen. Außerdem sind Einreichungen bei zwei Fonds möglich: „Zukunftsfonds der Republik Österreich“ www.zukunftsfonds-austria.at  und „Nationalfonds“ www.nationalfonds.org. Eine weitere Möglichkeit sind Unterstützungen durch das Kulturbudget einzelner Bezirke oder der Städte. In Wien ist es die MA 7, die hier zuständig ist, sowie die einzelnen Bezirksvertretungen.

Einem guten Gelingen dieser Gedenkarbeit steht nun nichts mehr im Wege. Sollten sie Fragen haben oder Hilfe benötigen, schreiben Sie an: steine-liesing@gmx.at.
Wir unterstützen gerne.

Zur Reinigung der Steine der Erinnerung gibt es auf Facebook einen bebilderten Beitrag:

https://www.facebook.com/groups/1485038741719047/permalink/2764505263772382

Zwangsarbeit bei Swietelsky

ORF Eco zeigte vergangenen Donnerstag eine Dokumentation zu Zwangsarbeit bei der Baufirma Swietelsky in der NS-Zeit. Wir beschäftigen uns derzeit mit Zwangsarbeit in Liesing, daher war diese Dokumentation für uns besonders interessant.

Der Unternehmensgründer Helmut Swietelsky war überzeugter Nationalsozialist, er war bereits 1933 Parteimitglied. Er profitierte deutlich von seinem frühen Engagement: Swietelsky erhielt mehrere Infrastruktur-Aufträge und er sicherte für sein Unternehmen ein arisiertes Gebäude als Wiener Zentrale – das Gebäude in der Rathausstraße 5.

Swietelsky war auch beim Bau der berüchtigten Durchgangs-Straße 4 beteiligt, die von Berlin in den Osten führte. Es waren hier Tausende, v.a. jüdische ZwangsarbeiterInnen tätig. Swietelsky zahlte für die Arbeitskräfte einen minimalen Beitrag an die SS, die Versorgung und Unterbringung übernahm. Wer nicht mehr arbeiten konnte, wurde ermordet. Die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen werden im Buch „Die Straße nach Lemberg“ von Eliyahu Yones beschrieben. Demnach waren die Vertreter von Swietelsky besonders brutal, während sich andere Facharbeiter menschlicher verhielten.

Swietelsky hat sich mit diesem Kapitel der eigenen Unternehmens-Geschichte bisher in keinster Weise auseinandergesetzt. Auch andere österreichische Bauunternehmen müssen sich ihrer NS-Vergangenheit stellen: Porr und Strabag thematisieren in Unternehmens-Chroniken in Buch-Form die NS-Zeit – nicht jedoch auf den Unternehmens-Websites. Dass dies durchaus angemessen möglich ist, zeigt die Voest, die sich offen mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt.

Interessant ist auch: Swietelsky weigerte sich im Jahr 2000 auch in den Versöhnungsfonds einzuzahlen – ebenso wie die Porr.

Es geht heute nicht primär um Schuld, sondern wie gehen wir mit der Vergangenheit um? Swietelsky hat hat die NS-Zeit bisher gar nicht aufgearbeitet, hat jetzt allerdings eine Historiker-Kommssion eingesetzt.

https://tvthek.orf.at/profile/Eco/11523082

Absage: Stilles Gedenken zum Novemberpogrom

Lichtsignal Synagoge Liesing

Update 4.11.20:
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen zur Covid19-Pandemie müssen wir das Stille Gedenken am 8.11.2020 absagen.

Nur wenige Meter vom Zentrum Liesings entfernt bestand eine Synagoge, bis sie im November 1938 vom NS-Regime zerstört wurde.
In diesem besonderen Jahr möchten wir mit einem stillen Gedenken im Freien daran erinnern. Niemals vergessen, niemals wieder Faschismus – das gilt immer.

Sonntag, 8.11.2020, 18.00-18.30

Wir treffen uns am ehemaligen Ort der Synagoge, Dirmhirngasse 112.

Öffentlich erreichbar: S-Bahn und Bus-Stationen Liesing.
Bitte eine Maske tragen und Abstand halten. Bitte beachten Sie am Tag der Veranstaltung die aktuelle Situation zu Covid-19-Maßnahmen.

Mehr zur Synagoge Liesing
Rückblick zur Gedenk-Veranstaltung 2018
Facebook-Veranstaltung

Video zur Veranstaltung 2018 (Länge: 1:10)

Historische Ansicht der Synagoge Liesing (Quelle: Jüdisches Museum, Archiv)005044_recto_Scan_JMW_Jüdisches Museum Wien- Archiv

Rundgang und Veranstaltung zum Thema Euthanasie

Am 12. September 2020 stellen wir vier Steine der Erinnerung für Liesinger Kinder vor, die während der NS-Zeit am Spiegelgrund ermordet wurden. Im Anschluss findet in der Bücherei Liesing eine Gedenkveranstaltung zum Thema Euthanasie statt.

Gedenkveranstaltung Samstag, 12. September 2020
Treffpunkt: Elisenstraße 18, 1230 Wien

 Gedenkrundgang: 15:00 Uhr
Treffpunkt: Elisenstraße 18, 1230 Wien

  1. Station: Stein der Erinnerung für Marlene Fabro
    Elisenstraße 18
  2. Station: Stein der Erinnerung für Erika Stanzl
    Fröhlichgasse 28
  3. Station: Stein der Erinnerung für Therese Leitner
    Ziedlergasse 14
  4. Station: Stein der Erinnerung für Waltraud Karger
    Breitenfurterstraße 358 (bei der Bücherei)

Der Weg zwischen den Stationen wird mit dem Auto zurückgelegt.

Gedenkveranstaltung: 17.00 Uhr
Bücherei Liesing, Breitenfurter Straße 358, 1230 Wien
Referat: Marianne Karner vom Verein ÜBERsLEBEN – https://twitter.com/uebersleben.

Zum Gedenkrundgang im Freien bitte einfach kommen. Bitte Abstand einhalten, es ist nicht notwendig, eine Maske zu tragen. Bei der Veranstaltung in der Bücherei ist die Teilnehmer*innnenzahl beschränkt. Es ist eine verbindliche Anmeldung per E-Mail erforderlich: office@steine23.at.

 

Gedenktafel_Steine_der_Erinnerung

Gedenktafel für Opfer der Euthansie

Bereits 2018 haben wir eine Gedenktafel für die rund 140 Liesinger Opfer der Euthanasie eröffnet. Sie kann zu den Öffnungszeiten des Liesinger Schlossparks besucht werden.

Mehr zur Gedenktafel:
https://steine23.wordpress.com/2018/09/14/gedenkveranstaltung-fuer-liesinger-opfer-der-euthanasie/

Vorschau: Routen der Erinnerung durch Liesing
Demnächst werden vier Routen der Erinnerung durch Liesing fertiggestellt, die selbständig gegangen werden können, z. B. entlang der Breitenfurter Straße, in Alterlaa und in Mauer.

 

Rückblick zu Lichtsignal Synagoge Liesing

Rund 100 Menschen aus Liesing und Umgebung kamen heuer zu unserer Veranstaltung Lichtsignal Synagoge Liesing.

Wir haben zunächst einen neuen Stein der Erinnerung für Zdzistawa Ciehawa vorgestellt – an ihrem letzten Wohnort, bei dem sich heute der Billa-Markt am Liesinger Platz befindet. Die Liesingerin wurde 1944 nach Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort ermordet.

Im Anschluss trafen wir uns beim Amtshaus am Liesinger Platz. Bezirksvorsteher Gerald Bischof betonte in seiner Rede die hohe Aktualität des Gedenkens. Die jüngste Liederbuch-Affäre zeigt erneut, wie verbreitet der Antisemitismus in Österreich noch immer ist. Es sprachen außerdem Waltraut Kovacic und Robert Patocka vom Verein Steine der Erinnerung in Liesing.

Mit Fackeln und Laternen bildeten wir danach einen Lichterzug zum  ehemaligen Standort der Synagoge (Dirmhirngasse 112). Dort hielt Gerald Netzl eine historische Gedenkansprache. Neben unseren Fackeln leuchtete in der Dirmhirngasse auch das permanente Lichtzeichen. Diese Lichtskulptur in Form eines Davidsterns wurde vom Jüdischen Museum Wien bei mehreren zerstörten Wiener Synagogen errichtet und wird jeden Abend beleuchtet.

Besonders bedanken möchten wir uns bei den Helferinnen und Helfern, die beim Austeilen der Fackeln und der Absicherung des Weges unterstützten. Es waren viele neue Nachbarinnen und Nachbarn darunter, die 2015 nach Österreich kamen.

Die Veranstaltung wurde vom Verein Steine der Erinnerung in Liesing organisiert und von der Bezirksvertretung Liesing sowie der Lokalen Agenda Liesing unterstützt.

Auszug aus den Gedenkworten von Waltraut Kovacic:

Was trieb Menschen dazu, ihre Nachbarinnen und Nachbarn, ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen, ihre Ärzte und Rechtsanwälte, ihre Kaufleute als minderwertig, als Sündenböcke, oder gar als nicht menschlich, nicht lebenswert zu sehen? Sie zu vertreiben, sie zu ermorden, einzig und allein, deshalb, weil sie Juden waren, die zum Teil seit vielen Generationen hier bei uns gelebt haben. Was veranlasste sie, deren Gotteshäuser zu zerstören?
Und wie ist das heute? Woher kommt Fremdenhass? Warum sollen in Not geratene Menschen bei uns keine Lebensberechtigung haben?
Der Verein Steine der Erinnerung, mit Unterstützung der Lokalen Agenda 21 Liesing, will an diesem Abend ein Zeichen setzen. Ein Lichtzeichen für eine bessere, gewaltfreie Zukunft.

Fotos: Lisbeth Kovacic und Alexandra Kropf

Mehr zur Synagoge Liesing
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Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom

Lichtsignal Synagoge Liesing

Nur wenige Meter vom Zentrum Liesings entfernt bestand bis 1938 eine Synagoge. Nach dem großen Interesse im Vorjahr wollen wir heuer erneut ein leuchtendes Zeichen der Erinnerung an das Novemberpogrom setzen: Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus!

Zunächst stellen wir einen Stein der Erinnerung für Zdzistawa Ciehawa vor, die 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet wurde.
Im Anschluss treffen wir uns beim Amtshaus am Liesinger Platz. Nach den Gedenkansprachen bilden wir einen Lichterzug zum ehemaligen Standort der Synagoge (Dirmhirngasse 112).

Samstag, 9.11.2019

17.00 Uhr, Franz-Parsche-Gasse 6
Neuer Stein der Erinnerung für Zdzistawa Ciehawa (Nähe Billa, Liesinger Platz)

17.30 Uhr, Liesinger Platz, beim Amtshaus
Gedenkansprachen:
Bezirksvorsteher Gerald Bischof
Waltraut Kovacic und Robert Patocka (Verein Steine der Erinnerung in Liesing)

Lichterzug zum ehemaligen Standort der Synagoge Liesing, Dirmhirngasse 112
Gerald Netzl, Gedenkansprache zur Geschichte der Synagoge

Die Veranstaltung wird vom Verein Steine der Erinnerung in Liesing organisiert und von der Bezirksvertretung Liesing sowie der Lokalen Agenda Liesing unterstützt.

Wir werden Fackeln organisieren – bitte auch eigene Laternen und Fackeln mitbringen!

Öffentlich erreichbar: S-Bahn und Bus-Stationen Liesing.

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Rückblick zur Gedenk-Veranstaltung 2018
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Video zur Veranstaltung 2018 (Länge: 1:10)

Historische Ansicht der Synagoge Liesing (Quelle: Jüdisches Museum, Archiv)005044_recto_Scan_JMW_Jüdisches Museum Wien- Archiv

Veranstaltungen September 2019

Im September sind zwei Veranstaltungen geplant. Am 14. September 2019 werden zunächst die nächsten drei Steine der Erinnerung für Opfer der NS-Zeit aus Liesing vorge­stellt: für Josef Pluhar, Olga Adler und Rudolf Hawel.

Samstag, 14. September, 15:00 Uhr
Treffpunkt: Brennergasse 6, 1230 Wien
Im Anschluss: Ausklang im Gasthof Bezirksalm, Carlbergergasse 16, 1230 Wien

In Kooperation mit der Agenda-Radgruppe veranstaltet der Verein Steine der Erinnerung außerdem eine Radfahrt zu ausgewählten Steinen der Erinnerung in Liesing. Bei den einzelnen Stationen werden die Biografien der Opfer vorgestellt.
Die Route: Parkplatz gegenüber Block A Wohnpark Alt Erlaa – Auer Welsbachstraße – entlang der Liesing – Rudolf Österreichergasse – Carlbergergasse – Rechtes Liesingufer – Breitenfurter Straße – Dirmhirngasse- Ausklang Endresstraße 18 (100 Blumenbräu).

Samstag, 7. September, 14:00 Uhr
Parkplatz gegenüber Block A, Wohnpark Alt Erlaa
Persönliche Anmeldung bis 5.9. mittels Email: steine-liesing@gmx.at

 

Vorschau: Erinnerung an das Novemberpogrom
Am Samstag, 9. November 2019 wird es wie im vergangenen Jahr einen Fackelzug zum ehemaligen Standort der Liesinger Synagoge geben. Mehr als 400 Menschen waren 2018 bei dieser Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom dabei. Mit dem Gedenkrundgang wollen wir auch in diesem Jahr ein leuchtendes Zeichen der Erinnerung setzen: Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus!

 

Video von Lisbeth Kovacic (Länge: 2:54)

 

Neue Steine der Erinnerung in Mauer

Ein lauer Frühsommer-Abend im Zeichen der Steine der Erinnerung: Unweit des Maurer Hauptplatzes, in der Endresstraße 93-95,  stellten wir am 4. Juni 2019 die ersten Steine der Erinnerung in diesem Jahr vor. Bezirksvorsteher Gerald Bischof ging in seinen Gedenkworten auf die Schändung der Fotodokumentation von Holocaust-Überlebenden am Ring ein und hielt fest: „Das Thema ist nicht nur Geschichte. All dies zeigt: Wachsam sein und dagegen ankämpfen, bleibt unsere Aufgabe.“

Für diese Opfer der NS-Zeit haben wir am 4. Juni 2019 Steine der Erinnerung vorgestellt:
Endresstraße 93-95:
Stein 1: Katharina Biedermann
Stein 2: Adele, Karl und Bruno Plaschkes

Rudolf Waisenhorngasse 86
Stein 3: Philip Kronberger

Näheres zu diesen Menschen gibt es demnächst auch in unserer Web-Dokumentation auf dem Portal dort!.
Die Gedenksteine des 23. Bezirks können unter diesem Link aufgerufen werden: dort.pw/steine23. 
Jeder bereits verlegte Stein ist auf einer Karte zu finden. Beim Anklicken wird ein Text mit näheren Informationen sichtbar, der auch akustisch wiedergegeben wird.

Im Anschluss an den Rundgang fand in der Bücherei am Liesinger Platz ein Liederabend mit Martin Auer statt. In seinem Programm stellte er unterschiedliche jiddische Lieder zusammen: über die Arbeit der kleinen Leute im Shteytl und in den Sweatshops der New Yorker Textilindustrie, Spottlieder gegen den Zaren und den Zarismus, vor allem über den Hitler-Faschismus – zivile politische Widerstandsgruppen und Partisanengruppen im Untergrund.
Mehr zu diesem Liederabend

Die nächsten Steine der Erinnerung stellen wir am Samstag, 14. September 2019 vor. Am Samstag, 9. November 2019 wird es wie im Vorjahr eine Gedenkveranstaltung zur Zerstörung der Liesinger Synagoge im Novemer 1938 geben.

1. Gedenkrundgang 2019 und Liederabend

Am 4. Juni 2019 stellen wir die ersten Liesinger Steine der Erinnerung in diesem Jahr vor. Bezirksvorsteher Gerald Bischof, der die Tätigkeit unseres Vereins wesentlich unterstützt, wird bei den ersten Gedenksteinen in der Endresstraße 93 sprechen.

Im Anschluss an den Gedenkrundgang findet in der Bücherei Liesing ein Liederabend mit Martin Auer statt.

Gedenkveranstaltung Dienstag, 4. Juni 2019 ab 17:00 Uhr

Gedenkrundgang: 17:00 Uhr
1. Station: Endresstraße 93-95, 1230 Wien
Gedenkwort: Gerald Bischof, Bezirksvorsteher Liesing
Stein 1: Katharina Biedermann, Hausfrau
Stein 2: Adele, Karl und Bruno Plaschkes
2. Station: Rudolf Waisenhorngasse 86
Stein 3: Philip Kronberger

martin_auer„Jid du Partisaner“: Ein LIEDERABEND mit Martin Auer: 18:15 Uhr
Lieder vom Widerstand gegen den Faschismus und gegen den Zarismus, Lieder der jüdischen ArbeiterInnenbewegung und über die Arbeit der kleinen Leute im Shteytl.
Mehr zu diesem Liederabend
Bücherei Liesing
Breitenfurter Straße 358, 1230 Wien

Insgesamt planen wir in diesem Jahr acht neue Gedenksteine für zehn Personen. Wir stellen sie an zwei weiteren Terminen vor: am Samstag, 14. September 2019 und am Samstag, 9. November 2019.

Beim letzten Termin am 9. November 2019 wird es wie im vergangenen Jahr einen Fackelzug zum ehemaligen Standort der Liesinger Synagoge geben. Mehr als 400 Menschen waren 2018 bei diesem Gedenkrundgang dabei. Mit unserem Gedenkrundgang wollen wir auch in diesem Jahr ein leuchtendes Zeichen der Erinnerung setzen: Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus!

Geh-Café und Bertha-Neumann-Park

Das Wiener Geh-Café macht am 2. April 2019 Station in Liesing. Es wird einiges zu sehen und zu hören geben, u. a. zur 1. Wiener Hochquellwasserleitung sowie zur Liesinger Brauerei und es können Vorschläge zum Zufußgehen in Liesing gegeben werden. Die Steine der Erinnerung sind auch dabei und werden zu Bertha Neumann sprechen.

Bertha Neumann (geb. Kunreuther) war eine der frühesten Staatswissenschafterinnen in Deutschland. Sie war eine der ersten Studierenden an der neu gegründeten Universität Frankfurt, und 1917 eine der ersten Promovendinnen. 1922 heiratete sie nach Liesing – den beliebten Arzt Dr. Karl Neumann. Sie lebten in der heutigen Dirmhirngasse 25. Bertha Neumann wurde im Zuge des Holocaust in Auschwitz ermordet. Nach ihrem Mann ist in Liesing die Dr.-Karl-Neumann-Gasse benannt.

Geh – Café Liesing
Dienstag, 02.04.2019 16:00 – 18:00 Uhr
Treffpunkt: Bücherei Liesing, Breitenfurter Straße 358, 1230 Wien

 

Bilder vom Rundgang

Schlusspunkt des Rundgangs: Der neue Bertha-Neumann-Park.

Fotos: Mobilitätsagentur/Christian Fürthner